Herrenberg ist quasi komplett ausgebucht

Veröffentlicht am 17. Mai 2012

Handball: Beim GTÜ-Cup der SG H2Ku gibt es für die einheimischen Teams nichts zu holen

Fast ausgehebelt wird der SG-B- Jugendliche im Spiel gegen die JSG Echaz-Erms GB-Foto: Bäuerle

Fast ausgehebelt wird der SG-B- Jugendliche im Spiel gegen die JSG Echaz-Erms GB-Foto: Bäuerle

Beim GTÜ-Cup spielen die besten Jugendhandballer Süddeutschlands gesammelt in sechs Herrenberger Hallen auf. Für Gäste aus Norddeutschland dürfte es schwierig sein, etwas zu verstehen, wenn auf der Tribüne Balinger mit Badenern und Bayern mit Hessen diskutieren.Christian Ignatzi

Streit gibt es bei all der Rivalität aber nicht. In der Längenholzhalle feuert der eine den anderen an. “Defense, defense…”, schallt es durch die Halle. Fair Play ist hier angesagt und die Stimmung ist bestens. Einen Tag vor dem Beginn des neuen Schuljahrs herrscht auf dem Schulgelände schon ein reges Treiben. Zumindest wer es aushält beim strahlenden Altweibersommertag, an dem es noch einmal gut 30 Grad heiß ist. Selbst im Schatten, unter dem Sonnendach am Grill kommen die Besucher des Turniers mächtig ins Schwitzen. Abkühlung gibt es nur in den Hallen.

Die Spieler, die noch nicht genug vom straffen Handballprogramm haben, können vor der Längenholzhalle einen anderen Sport ausprobieren. Von einer Fahrschule gibt es gesponserte Segways. Wer von einer Halle zur anderen läuft, muss ganz schön aufpassen vor den schnellen Gefährten auf zwei Rädern. Wer es lieber ruhiger mag, macht es sich auf einer Picknickdecke auf der Wiese gemütlich.

Für Heike Kuhn geht es alles andere als gemütlich zu. Sie koordiniert das Bewirtungsteam während das Turnier stattfindet. “Ich sorge dafür, dass alle in der Halle glücklich sind”, sagt sie. Um sechs Uhr geht es am Samstag und am Sonntag mit dem Frühstück los. “Heute hatten wir 800 Kinder beim Frühstück”, erzählt Kuhn. Ohne die Unterstützung der Jerg-Ratgeb Realschule, die die Mensa zur Verfügung stellte, wäre das nicht möglich gewesen. Von Tee bis Brötchen gibt es ein reichhaltiges Büfett. Doch auch während dem Essen hat Heike Kuhn keine Pause. Dann muss sie dafür sorgen, dass während des Turnierverlaufs in den Hallen nichts ausgeht. In der Längenholzhalle als Zentrale backt sie 31 Laibe Leberkäse von jeweils 1,5 Kilo. “Dafür hat uns die Schule Öfen zur Verfügung gestellt”, sagt sie. Mitglieder des Versorgungsteams fahren schließlich Leberkäse und belegte Brötchen in die sechs Herrenberger Hallen. Eine davon ist in diesem Jahr neu dabei. Die Markweghalle II. “Das ist vom Flair besser und erleichtert uns auch die Organisation, weil es eine Doppelhalle ist”, erklärt der Turnierleiter Carsten Krebs kurz und wendet sich dann wieder dem Schiedsrichter zu, mit dem er diskutiert.

Harzverdacht bei der A-Jugend

Es geht um das Harzverbot beim Turnier. In vielen Hallen ist es nicht erlaubt, zu harzen, weil das zu viel Schmutz macht. Angeblich haben in der A-Jugendhalle einige Spieler mit Harz an den Händen gespielt. “Das kann man nie ganz ausschließen und man muss immer ermahnen. Aber ich denke, dass wir das in diesem Jahr sehr gut hinbekommen”, so Krebs. In den Jahrgängen unterhalb der A-Jugend gibt es keine Probleme mit Harz.

Pro Jahrgang gibt es beim Turnier zwei Siebener Gruppen bei männlichen und weiblichen Jahrgängen. “Nur bei der weiblichen A-Jugend spielen wir mit zwei Fünfergruppen, weil es vier Absagen gab”, so Krebs. Für die Herrenberger Mannschaften läuft es aber wieder nicht so gut. Reihenweise landen die SG-Teams nur auf den hinteren Plätzen. Nur die weibliche B-Jugend erreicht knapp hinter Würm-Mitte und Mundenheim einen guten dritten Platz. “Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch viel Arbeit vor uns”, bilanziert Krebs. Währenddessen befindet sich Heike Kuhn am Sonntagmittag in den letzten Zügen ihrer Arbeit. Zum Mittagessen gibt es Schnitzel. 540 Stück frittiert sie gemeinsam mit ihrem Team. Das klingt nach viel Arbeit. 36 freiwillige Helfer von der SG H2Ku Herrenberg sind es am Samstag, am Sonntag sind es 19. Dazu kommen die Helfer des TV Gültstein, die in der dortigen Halle mitarbeiten. Trotzdem reicht das nicht. “Die Beteiligung ist in diesem Jahr wirklich schlecht, es sind immer wieder dieselben”, ärgert sich Kuhn. Wenigstens das Abendessen am Samstag fiel vergleichsweise ruhig aus. Dazu kamen nur 300 Kinder. Der Rest der 1200 Turnierteilnehmer besuchte Restaurants oder ging schon ins Hotel. “Herrenberg ist an diesem Wochenende quasi komplett ausgebucht gewesen”, sagt Heidi Kuhn und lacht.

Quelle: Gäubote vom 13.09.2011